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Mädchenzentrum Torgau nimmt konkrete Formen an

Erstes Arbeitstreffen legt den Grundstein für gezielte Talentförderung im Mädchenfußball.

Gemeinsam für die nächste Generation: SC Hartenfels Torgau 04 möchte talentierte Fußballerinnen nicht nur sportlich weiterentwickeln, sondern auch in ihrer Persönlichkeit stärken. Ein breit aufgestelltes Trainerteam, individuelle Trainingskonzepte und die Zusammenarbeit mit den Fußballverbänden sollen dafür die Grundlage bilden.

Torgau, 28. Oktober 2026. Der Aufbau des geplanten Mädchenzentrums Torgau nimmt weiter Gestalt an. Am gestrigen Tag fand das erste Arbeitstreffen zur inhaltlichen und konzeptionellen Ausgestaltung des Projektes statt. Dabei kamen engagierte Persönlichkeiten aus dem Mädchenfußball, dem leistungsorientierten Nachwuchstraining und dem Mentalcoaching zusammen, um gemeinsam die nächsten Schritte für eine gezielte Förderung talentierter Fußballerinnen in Torgau und der Region zu entwickeln.

Neben Tilo Reinhardt, dem Verantwortlichen für den Frauen- und Mädchenfußball beim SC Hartenfels Torgau 04, und Michael Zaeper, Trainer der C-Juniorinnen, nahmen drei weitere ausgewiesene Fachleute an dem Treffen teil: Lara Ochmann, Boxweltmeisterin und Mentalcoach, Larissa Schreiber, ehemalige Spielerin von RB Leipzig, sowie Steven Rohrbach, B-Lizenztrainer von futbolista.

Damit vereint das Projekt bereits in seiner frühen Entwicklungsphase unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen. Das gemeinsame Ziel ist es, ein Förderangebot aufzubauen, das über den klassischen Trainingsbetrieb hinausgeht und talentierten Mädchen neue sportliche und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet.

Von der Vereinsarbeit zur gezielten Talentförderung

Zu Beginn des Treffens stellte Tilo Reinhardt die bisherige Entwicklung des Mädchenfußballs beim SC Hartenfels Torgau 04 vor. Dabei ging es sowohl um die bestehenden Strukturen und Mannschaften als auch um die sportlichen Ambitionen und die langfristige Perspektive des Vereins.

Der Mädchenfußball in Torgau hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Mit den only_girlZ ist eine engagierte Gemeinschaft entstanden, in der Mädchen unterschiedlicher Altersklassen gemeinsam Fußball spielen, sich sportlich messen und als Team wachsen können. Die Teilnahme der D-Juniorinnen an der Landesmeisterschaft und der Start der C-Juniorinnen in der Landesliga verdeutlichen, dass sich der Verein zunehmend auch im leistungsorientierten Mädchenfußball positioniert.

Mit dieser Entwicklung wächst zugleich der Anspruch, talentierte Spielerinnen noch gezielter zu fördern. Denn zwischen dem regulären Mannschaftstraining und den Anforderungen des leistungsorientierten Fußballs liegen zahlreiche Entwicklungsschritte. Technische Fähigkeiten, taktisches Verständnis, Spielintelligenz, Athletik und mentale Stärke müssen systematisch aufgebaut und individuell weiterentwickelt werden.

Genau an dieser Stelle soll das Mädchenzentrum Torgau ansetzen.

Die Idee ist, eine zusätzliche Förderstruktur zu schaffen, in der besonders interessierte und talentierte Spielerinnen unabhängig vom normalen Trainingsalltag gezielt an ihren Fähigkeiten arbeiten können. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die Arbeit der bestehenden Vereine und Trainer zu ersetzen. Vielmehr soll das Mädchenzentrum die vorhandene Vereinsarbeit ergänzen, neue Impulse setzen und die Entwicklungsmöglichkeiten für Spielerinnen aus Torgau und perspektivisch aus der gesamten Region Nordsachsen erweitern.

Individuelles Talentetraining mindestens zweimal im Monat

Das zentrale Vorhaben des Projektes ist die Einführung eines regelmäßigen Talentetrainings für D- und C-Juniorinnen.

Geplant ist, mindestens zweimal im Monat eine zusätzliche Trainingseinheit anzubieten, die von Michael Zaeper gemeinsam mit Lara Ochmann, Larissa Schreiber und Steven Rohrbach gestaltet und durchgeführt wird. Die unterschiedlichen fachlichen Hintergründe der Beteiligten sollen dabei gezielt miteinander verbunden werden.

Im Mittelpunkt steht ein maßgeschneidertes Trainingskonzept, das sich an den Bedürfnissen, dem Leistungsstand und den Entwicklungsmöglichkeiten der Spielerinnen orientiert. Die Inhalte sollen nicht zufällig zusammengestellt werden, sondern aufeinander aufbauen und einer klaren sportlichen Philosophie folgen.

Dazu werden gemeinsame Trainingsinhalte, methodische Grundsätze und verbindliche Prinzipien erarbeitet. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die einzelnen Einheiten einem übergeordneten Konzept folgen und die Spielerinnen über einen längeren Zeitraum kontinuierlich Fortschritte erzielen können.

Neben der Verbesserung individueller technischer Fähigkeiten sollen insbesondere das Spielverständnis, die Entscheidungsfindung unter Druck, die Handlungsschnelligkeit und das Zusammenspiel gefördert werden. Auch die Fähigkeit, Spielsituationen eigenständig zu erkennen und passende Lösungen zu finden, soll eine wichtige Rolle einnehmen.

Ein Beispiel dafür ist die gezielte Arbeit mit kleinen Spielformen, in denen die Spielerinnen unter Zeit- und Gegnerdruck Entscheidungen treffen müssen. Statt ausschließlich Passfolgen oder technische Abläufe zu trainieren, sollen sie lernen, Spielsituationen zu lesen, freie Räume zu erkennen und im richtigen Moment die passende Entscheidung zu treffen.

Die individuelle Entwicklung der Spielerinnen steht dabei im Vordergrund. Talente sollen gefordert werden, ohne sie zu überfordern. Gleichzeitig soll das Training Raum bieten, eigene Stärken zu entdecken, an Schwächen zu arbeiten und zunehmend Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen.

Vier unterschiedliche Kompetenzen, ein gemeinsames Ziel

Eine besondere Stärke des geplanten Mädchenzentrums ist die fachliche Breite des Trainerteams. Die Beteiligten bringen unterschiedliche Erfahrungen und Schwerpunkte mit, die sich gegenseitig ergänzen sollen.

Michael Zaeper bringt als Trainer der C-Juniorinnen seine Erfahrungen aus dem unmittelbaren Vereins- und Mannschaftsalltag ein. Er kennt die Anforderungen der Altersklasse und die Herausforderungen, vor denen junge Spielerinnen auf ihrem Weg in den leistungsorientierten Fußball stehen.

Lara Ochmann, Boxweltmeisterin und Mentalcoach, erweitert das Konzept um die mentale und persönliche Entwicklung. Im Sport entscheiden nicht allein Technik und körperliche Voraussetzungen über die Leistung. Auch der Umgang mit Druck, Rückschlägen, Fehlern und eigenen Erwartungen spielt eine wichtige Rolle. Mentale Stärke kann Spielerinnen helfen, selbstbewusster aufzutreten, Herausforderungen anzunehmen und auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Larissa Schreiber, ehemalige Spielerin von RB Leipzig, bringt ihre Erfahrungen aus dem leistungsorientierten Fußball ein. Gerade für junge Spielerinnen kann es wertvoll sein, Einblicke in die Anforderungen und Abläufe eines solchen Umfeldes zu erhalten. Erfahrungen aus dem leistungsorientierten Spielbetrieb können helfen, Erwartungen besser einzuordnen und die eigenen sportlichen Ziele bewusster zu entwickeln.

Steven Rohrbach, B-Lizenztrainer von futbolista, ergänzt das Team durch seine Trainerkompetenz und seine Erfahrungen in der fußballerischen Ausbildung. Seine fachliche Perspektive soll in die Entwicklung der Trainingsinhalte und die Gestaltung der Einheiten einfließen.

Gemeinsam mit Tilo Reinhardt als Initiator und Verantwortlichem für den Frauen- und Mädchenfußball beim SC Hartenfels Torgau 04 entsteht damit ein Netzwerk, das unterschiedliche Bereiche der Talentförderung zusammenführen möchte.

Der Anspruch ist klar: Die Spielerinnen sollen von gebündeltem Wissen, verschiedenen Erfahrungen und einer abgestimmten Trainingsphilosophie profitieren.

Mehr als Fußball: Die Persönlichkeit im Mittelpunkt

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist die Überzeugung, dass Nachwuchsförderung nicht am Spielfeldrand endet.

Junge Sportlerinnen befinden sich in einer Lebensphase, in der sie nicht nur sportliche Fähigkeiten entwickeln, sondern auch ihre Persönlichkeit, ihr Selbstbild und ihren Umgang mit anderen Menschen prägen. Leistungsdruck, schulische Anforderungen, soziale Erwartungen und die Suche nach dem eigenen Weg können dabei eine große Rolle spielen.

Deshalb soll das Mädchenzentrum neben dem Talentetraining auch individuelle Workshops anbieten, die auf die Bedürfnisse der Spielerinnen zugeschnitten werden.

Die konkreten Themen und Inhalte sollen im weiteren Entwicklungsprozess gemeinsam festgelegt werden. Denkbar sind beispielsweise Einheiten zur mentalen Stärke, zum Umgang mit Fehlern, zur Selbstwahrnehmung, zur Kommunikation innerhalb einer Mannschaft und zum Auftreten in herausfordernden Situationen.

Auch die Fähigkeit, mit Niederlagen umzugehen, sich nach Rückschlägen neu zu motivieren und persönliche Ziele zu formulieren, kann für die Entwicklung junger Fußballerinnen von großer Bedeutung sein.

Das Ziel ist nicht, aus jeder Spielerin eine Leistungssportlerin zu machen. Vielmehr sollen die Mädchen die Möglichkeit erhalten, ihre individuellen Potenziale zu entdecken und auszuschöpfen. Sie sollen lernen, an sich zu glauben, Verantwortung zu übernehmen und mit Herausforderungen selbstbewusst umzugehen.

Denn diese Fähigkeiten sind nicht nur auf dem Fußballplatz wertvoll. Sie begleiten die Spielerinnen auch in der Schule, im späteren Berufsleben und in vielen anderen persönlichen Situationen.

Gemeinsam statt nebeneinander: Die Zusammenarbeit mit den Fußballverbänden

Nach dem ersten Arbeitstreffen stehen nun weitere wichtige Schritte an. Ein zentraler Punkt ist die Abstimmung mit dem Sächsischen Fußball-Verband und dem Nordsächsischen Fußballverband.

Gemeinsam soll geklärt werden, in welcher Form die Verbände in das Projekt eingebunden werden können, welche Unterstützungsmöglichkeiten bestehen und wie sich das Mädchenzentrum sinnvoll in die vorhandenen Strukturen des Mädchenfußballs integrieren lässt.

Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie die Talentförderung in Torgau langfristig aufgebaut und regional vernetzt werden kann. Eine enge Zusammenarbeit mit den Verbänden könnte dazu beitragen, vorhandene Kompetenzen zu bündeln, Kontakte zu weiteren Vereinen herzustellen und geeignete Rahmenbedingungen für die Entwicklung junger Fußballerinnen zu schaffen.

Das Mädchenzentrum soll dabei nicht als Konkurrenz zu bestehenden Vereinsangeboten verstanden werden. Vielmehr soll es eine zusätzliche Möglichkeit schaffen, Talente zu fördern und den Mädchenfußball in der Region insgesamt zu stärken.

Eine solche Zusammenarbeit kann insbesondere dort wichtig sein, wo einzelne Vereine nicht alle spezialisierten Trainingsangebote eigenständig bereitstellen können. Durch die gemeinsame Nutzung von Wissen, Erfahrung und Strukturen könnten zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten entstehen.

Sichtungstraining als nächster Baustein

Ein weiterer geplanter Schritt ist die Durchführung eines Sichtungstrainings. Damit sollen talentierte Spielerinnen angesprochen werden, die Interesse an einer zusätzlichen sportlichen Förderung haben und sich in einem leistungsorientierten Umfeld weiterentwickeln möchten.

Auf Grundlage der Sichtung soll ein entsprechender Förderkader für das Talentetraining zusammengestellt werden. Dabei sollen die sportlichen Voraussetzungen, die Entwicklungsmöglichkeiten und die Bereitschaft der Spielerinnen, sich auf zusätzliche Trainingsinhalte einzulassen, berücksichtigt werden.

Wichtig ist dabei, Talent nicht ausschließlich an aktuellen Leistungen oder körperlichen Voraussetzungen festzumachen. Gerade im Jugendfußball entwickeln sich Spielerinnen unterschiedlich schnell. Motivation, Lernbereitschaft, Spielverständnis und Entwicklungspotenzial können ebenso wichtige Faktoren sein.

Das Sichtungstraining soll deshalb eine Grundlage schaffen, um die Spielerinnen kennenzulernen und ein Förderangebot aufzubauen, das zu den jeweiligen Altersklassen und individuellen Voraussetzungen passt.

Die genauen Termine, Teilnahmebedingungen und organisatorischen Einzelheiten werden im weiteren Verlauf abgestimmt.

Ein starkes Team für eine gemeinsame Vision

Das erste Arbeitstreffen hat deutlich gemacht, dass hinter dem Mädchenzentrum Torgau mehr steht als die Idee zusätzlicher Trainingseinheiten. Es geht um den Aufbau einer nachhaltigen Förderstruktur, die sportliche Qualität, persönliche Entwicklung und regionale Zusammenarbeit miteinander verbindet.

Der SC Hartenfels Torgau 04 möchte damit einen weiteren Beitrag leisten, um den Mädchenfußball in Torgau und Nordsachsen langfristig voranzubringen. Das Projekt soll talentierten Spielerinnen neue Perspektiven eröffnen und zugleich zeigen, welchen Stellenwert eine gezielte Förderung im Nachwuchsbereich haben kann.

Besonders stolz ist der Verein darauf, bereits in dieser frühen Phase ein so breit aufgestelltes und fachlich vielseitiges Team zusammengebracht zu haben. Die Verbindung aus Fußballpraxis, Trainerkompetenz, Erfahrungen aus dem leistungsorientierten Sport und Mentalcoaching bietet eine wertvolle Grundlage für die weitere Arbeit.

Tilo Reinhardt betont die Bedeutung dieses gemeinsamen Ansatzes:

„Wir sind stolz darauf, ein so starkes und breit gefächertes Team für das Mädchenzentrum Torgau zusammenzubringen. Unser Ziel ist es, talentierten Mädchen zusätzliche Möglichkeiten zu eröffnen, sich fußballerisch und persönlich weiterzuentwickeln. Wir wollen nicht einfach nur ein weiteres Training anbieten, sondern ein durchdachtes Förderkonzept schaffen, bei dem die Spielerinnen im Mittelpunkt stehen. Dafür brauchen wir unterschiedliche Kompetenzen, gemeinsame Prinzipien und Menschen, die diese Idee mit Überzeugung unterstützen.“

Mit dem ersten Arbeitstreffen ist ein wichtiger Grundstein gelegt. Nun geht es darum, die inhaltlichen Vorstellungen weiter auszuarbeiten, die Zusammenarbeit mit den Fußballverbänden abzustimmen und die nächsten organisatorischen Schritte vorzubereiten.

Das Ziel ist eine klare gemeinsame Vision: Das Mädchenzentrum Torgau soll jungen Fußballerinnen die Chance geben, ihr Potenzial zu entfalten, über sich hinauszuwachsen und ihren eigenen Weg im Fußball zu finden.

Der Weg dorthin beginnt mit Menschen, die bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam etwas aufzubauen. Das erste Arbeitstreffen hat dafür ein starkes Zeichen gesetzt.

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